Robert Mathis, Fußball-Spartenleiter und "Schleifer"

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Robert Mathis, hier bei der Verleihung des Pokals an den Hallen-Stadtmeister der Fußballer, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. © Jens Lukas

Spartenleiter und Küster

Aus den Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel vom 2. Januar 2019 / Autor: Marcel Witte

Der langjährige Fußball-Spartenleiter Robert Mathis ist Ende Dezember 2018 im Alter von 73 Jahren gestorben. Er wirkte nicht nur im Sport, sondern auch in der Antonius-Gemeinde aktiv mit.

Robert Mathis ist am Sonntagmorgen im Alter von 73 Jahren gestorben. Er fungierte seit 1998 als Fußball-Spartenleiter im Stadtsportverband und war darüber hinaus auch als Küster in der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius und Mitglied des Bürgerausschusses der Stadt Castrop-Rauxel sehr aktiv.

Das Engagement des Ickerners für den Sport begann bereits in den frühen 1960er-Jahren. Die Förderung des Ehrenamts, die Ausrichtung der Stadtmeisterschaften sowie die Jugendarbeit lagen ihm besonders am Herzen. Unmittelbar nachdem Mathis 1998 den Posten als Spartenleiter im Stadtsportverband angetreten hatte, initiierte er den „Tag des Ehrenamtes“ der Castrop-Rauxeler Fußballvereine.

Der Brief an den DFB-Präsidenten

Mit einem Brief an den damaligen Präsidenten Egidius Braun stellte er den Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) her, der bis zum letzten Ehrenamtstag Ende des Jahres 2017 noch Wimpel, Ehrennadeln und Dankesschreiben für die Geehrten bei der jährlichen Veranstaltung zur Verfügung stellte. „Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Egoismus und Selbstverliebtheit immer stärker werden, ist es wichtig, dass Menschen ehrenamtlich Verantwortung übernehmen“, sagte Robert Mathis einst gegenüber dieser Zeitung.

Mathis spielte früher selbst Fußball bei der DJK Blau-Weiß Ickern und übernahm dort neben seinem Engagement als Spieler auch das Amt des Schülerleiters.

Der Trainer der späteren Profis Siewert und Schipper

Auch bei seinen späteren Stationen VfB Habinghorst, Arminia Ickern, SF Habinghorst, GFV Apollon und dem BW-Nachfolgeverein Eintracht Ickern bekleidete Mathis die unterschiedlichsten Posten als Spieler, Trainer und Funktionär. So unternahmen unter seiner Ägide als Junioren-Coach auch die späteren Profis Thomas Siewert und Matthias Schipper ihre ersten fußballerischen Gehversuche.

Geboren wurde Robert Mathis im November 1945 in Krumnau im Böhmerwald, aufgewachsen ist er im bayerischen Reichenkirchen. Als Zwölfjähriger kam er nach Castrop-Rauxel und wurde hier später Bergmann. Er arbeitete als Schweißer auf der Zeche Victor I/II. Im Januar 2012 bekam Mathis für seine Verdienste im öffentlichen Leben das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er hinterlässt seine Frau Sabine sowie eine erwachsene Tochter.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 8. Januar, ab 10 Uhr in der St.-Antonius-Kirche an der Kirchstraße 109 statt

Der Stadtanzeiger schrieb 2013 über ihn:

von Verena Wengorz

„Ich war Robert, der Schleifer“

„Der Umgang mit den Spielern und mit den Menschen ganz allgemein macht mir unheimlich viel Spaß. Das motiviert mich, immer weiter zu machen“, erzählt Robert Mathis. Seit 50 Jahren engagiert sich der Ickerner ehrenamtlich für den Castrop-Rauxeler Sport. Und er ist – trotz gesundheitlicher Einschränkungen – auch mit 67 Jahren noch immer hoch motiviert. „Es gibt immer etwas zu verbessern“, ist er überzeugt.

Im Alter von 18 Jahren fing alles an. 1963 übernahm Robert Mathis von Josef Gönnewicht das Amt des Schülerleiters bei der damaligen DJK Blau-Weiß Ickern. Von Gönnewicht habe er viel über den Umgang mit jungen Sportlern gelernt. „Damals sind wir immer mit den Fahrrädern zu den Spielen gefahren“, erinnert sich Mathis.

„Sportlich hatte ich bei Arminia Ickern in den 70er Jahren die beste Zeit“, ist er überzeugt. Nach einem vierjährigen Intermezzo beim VfB Habinghorst, unter anderem als Schülerleiter, hatte ihn Egon Breitfeld 1970 als Jugendtrainer nach Ickern geholt. „Auf Anhieb wurden wir Kreismeister, stiegen in die damals neu gegründete Bezirksklasse auf und spielten um den Westfalenpokal.“ Noch heute begeistert ihn der ausgeprägte Sportsgeist seiner damaligen Spieler, die er „ganz schön durch die Mangel gedreht“ habe. „Sie nannten mich immer Robert, den Schleifer“, lacht der 67-Jährige.

Dass er nach wie vor mit so viel Begeisterung bei der Sache sei, habe auch damit zu tun, dass er durch sein ehrenamtliches Engagement noch immer mit vielen Menschen aus seiner Anfangszeit in Kontakt stehe.

1982 wechselte Mathis zur DJK Eintracht Ickern und füllte bis 1996 verschiedene Funktionen innerhalb des Vereins aus. Von 1997 bis 2002 engagierte er sich in der Geschäftsführung des GFV Apollon.

Seit 13 Jahren ist Mathis nun Leiter der Sparte Fußball im Stadtsportverband und seit drei Jahren Beisitzer der Sportjugend. Aufhören möchte er noch lange nicht. „Gesundheitlich muss ich ein bisschen kürzer treten, aber ich habe mich, trotz einiger Operationen, nie unterkriegen lassen“, erklärt Mathis. Und so sehr ihn das sportliche Engagement auch fordere, sei es im Grunde auch das, was ihn am Leben halte. „Wenn man nichts mehr hat, wofür man sich einsetzen kann, gehört man irgendwann zum alten Eisen.“ Dankbar ist Mathis nicht nur für die Unterstützung vieler alter Weggefährten, sondern er freut sich ganz besonders über den großen Rückhalt, den ihm seine Familie bietet. „Meine Frau und meine Tochter haben mir immer die Freiheit gegeben. Ja, der Alte war aber auch immer viel unterwegs“, lacht er.

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